Samstag, 27. Dezember 2008


Freitag, 12. Dezember 2008

Himbeerfarben ist der Himmel

Ein glatter Tanzboden ist das Trottoir.
Heiße Wassertropfen fallen aus dem Himmel
im Rhythmus alter Jazzschlager.

Mein Smeil sitzt.
Selbst die Hunde lächeln retour.

Ich schnippe mit den Fingern den Takt zu meinem Gang.
Ich bin so geworden wie ich mich in meinen besten Gedichten immer beschrieben habe.


Die Welt ist voller Stöckelschuhgeklapper und Lachen.
Voll blondem Flaum und Abwechslung.

Wo ich bin ist der Paprika.

Mein Herz ist ein Rauschbrunnen.
Mein Blut perlt.

Ich bin ein Meister im Erkennen der Schönheit.
Ich kann mich nur bedanken und den Kopf beugen.

Die Kraft die mich ins Leben gerufen hat duldet kein anderes Dasein als das der Fröhlichkeit.


Ich liebe mein Leben.

Was ich noch brauche

Eine Rüstung aus Drachenhaut.

Einen wildeselfarbenen Hut.

Ein penisförmiges Düsenauto.

Ein perlmutterfarbenes Porzellangebiß.

Eine Nachbarin mit sommerlichen Tendenzen.

Einen Pornonamen.

Eine nackte Rolltreppenfahrt.

Eine von Nachtluft getriebene Flugmaschine.

Einen fliegenden Freund.

Einen sprechenden Pudel.

Ein Aquarium samt 300 Kilo Riesenmuschel.

Einen Wollmantel aus Yetihaar.

Meerblaue Seemannsaugen (zum Ausgehen).

Eine treibholzverkleidete Zahnradapparatur.

Einen ganz und gar unwiderstehlichen Kussmund.

"Ein gutes Gedicht ist ein Beitrag zur Wirklichkeit. Die Welt ist nicht mehr dieselbe, wenn man ihr einmal ein gutes Gedicht hinzugefügt hat. Ein gutes Gedicht hilft, die Gestalt und Bedeutung des Universums zu verändern, hilft dabei, die Kenntnisse aller über sich selbst und die Welt um sich herum zu erweitern."
Dylan Thomas

Alex ist wieder Paniert.
Er kommt gerade von einem
Tischtennismatch auf Kokain.
Er hat einen Puls von 140 und redet Sätze wie:
„Du kannst das nicht einschenken,
du kannst das nicht, du verschüttest alles, los komm schenk ein.“
Alex macht Schmuckanhänger aus Schweinezähnen
und er malt seltsame Bilder.
Nackte Frau mit Karotte.
So diese Tour.
Aber immerhin in Öl.

Auf dem Holztisch liegt sein Entwurf für ein Bühnenbild.
Es ist das Hakenkreuz zum Durchgehen.

Eine hübsche Kellnerin in halbdurchsichtiger Bluse serviert mir blaue Paprika.
Ich frage sie: „Warum ist dieser Paprika Blau?“
Sie schenkt mir einen garstigen Blick.

Der Paprika schmeckt abgelaufen.
Alex meint das sei gut für´s Immunsystem.
Ich vertraue ihm.
Ich erzähle Alex, dass mein Roman zur Zeit etwas stockt.
Er zeigt mir dafür Nacktbilder von seiner Frau Brigitte.
Eine große, blonde Alkoholikerin.
Wir gehen raus in die frische Luft.
Ein Heißluftballon schwebt über der Stadt.

Ich muss Kotzen.

Lesung

Ein reifes Publikum.
Schaum und Soda.
Seltsame Tinte.
Ein Universum gefüllt mit spielerischem Unsinn.
Meine Hände ganz ruhig.
Das Licht gedämmt.
Das gemütliche Surren eines alten Kühlschranks.
Der Pelz eines greisen Nachtfalters.
Interessante und wache Gesichter.
Neugierig und Staunfähig.
Vielfältige Farben
und blaue Schatten.
Meine Stimme warm und heiter.
Rote, gut versorgte Münder, die Lächeln.
Taschentücher die auf den Boden fallen.
Von sorgsamen Händen wieder aufgehoben.
Gute Geister am Bühnenrand
mit warmen Decken über den Schultern.
Warme Meeresströmungen
unter dem Boden aus Holz.
Liebe ist wo früher Angst war.
Ich kann etwas geben.
Ich fühle mich Ganzund Gar.

Das ultimative Gedicht

Ein freundliches Zimmer.
Sommerlicht.
Ein sanfter Wind.
Das Poolwasser spiegelt
helle Lichtmuster an die Zimmerdecke.
Auf den Holzblanken der Terrasse
schläft eine kirschblutfarbene Katze.
Sie dreht sich auf die andere Seite
immer wenn ein Traum endet
und der Nächste beginnt.
Ein frisch bezogenes Hotelbett
aus dunklem schwerem Holz.
Nasse, schwarzen Haare
auf nackter Haut.
Ganz langsam fächelt der Philodendrohn seine Blätter.

Ein im Schlaf lächelnder Mund.

Beichtzettel

Im Zorn einen Arbeitskollegen in den Kopf gebissen.

Sankt Pauli!

Ich hege reizvolle Sammlungen und nackte Künstlerinteressen.

Ich mag die Bars in den David Lynch filmen.

Nasenbohrungen vorgenommen!

Wertvolle Gefühle in einen Dampfkochtopf gesperrt.

Versucht den Tränensee trocken zu legen.

Den Meeresstopsel gezogen.

Innereien gekocht.

Gelben Neid gehegt.

Im Kaufhaus Tyrol die Keith Richards CD „Main Offender“ gestohlen.

Statt in die Schule zu gehen am Inn ein Würstel gegrillt und am Nachmittag mit dem Commodore-64 „Ghostbusters“ gespielt.

In der Diskothek „Mausefalle“ gewesen.

Eine verheiratete Filialleiterin eingeflaschelt.

Beim Strippoker sämtliche Register des Falschspiels gezogen.


Ich bereue nichts!

Donnerstag, 11. Dezember 2008

Jemanden in den Ekstaseaufzug folgen
überrascht sein über
das Keuchen des netten Mädchens
schweres Atmen in heißer nasser Luft
bumsende Künstlerhände
die gierig und euphorisch
ihre Niteclubhaut erforschen
salzige Positionen einnehmen
einen Wunsch zusammenpressen
und zuschauen wie er sich wieder entfaltet
warten bis man wieder trocken ist
mit Impulsen vollgepumpt
die Zunge betäubt
verbogene Kugeln am Boden

verstreuend

Mittwoch, 10. Dezember 2008